China: Ein wunderschönes Land

Wir versuchen mal ein bißchen von der Faszination dieses Landes zu erzählen und mit ein paar Bilder zu hinterlegen. Einen ausführlichen Bericht wird es an anderer Stelle geben. Bis dahin wird es allerdings noch etwas dauern.

Die Reise läßt sich kurz zusammenfassen:

  • Rund 20.000 km Reisestrecke
  • 7 Flüge
  • 6 Hotels
  • Mehr als 1000 km Busfahrten
  • für 1 Minuten und 50 Sekunden Dunkelheit in der Wüste
  • und das in 9 Tagen.

Am 27. Juli 2008 ging es in Düsseldorf los. Wir flogen über Amsterdam und kamen gegen Mittag in Chengdu an. Am Nachmittag führte uns der Weg nach einer Stadtrundfahrt zum Nachwuchszentrum der Pandabären. Wir konnten dort ein frisch geborenes Pandababy im Brutkasten sehen. Der Park bot viele interessante Eindrücke. Unbekannt waren uns die roten Pandas. Was uns arg zu schaffen machte war das Wetter in Chengdu: 30 Grad C und 95 % Luftfeuchtigkeit!

Chengdu liegt im Südwesten von China und ist die Hauptstadt der Provinz Sichuan, dem sogenannten roten Becken. Mit rund 11 Mio. Einwohner ist es schon beeindruckend groß. Sichuan liegt auf einer Höhe von ca. 500 m über NN, allerdings eingekesselt durch Berge zu allen Seiten. Das erklärt das feuchte Klima. Der Himmel ist immer bedeckt und die Luft sieht ziemlich trübe aus. Aufgrund des Klimas kann in dieser Region zweimal pro Jahr geerntet werden. Die Küche ist bekannt durch ihre Schärfe, besondern der Sichuan-Pfeffer ist sehr lecker. Bei einem Abendessen konnten wir uns davon überzeugen.

Um 22.50 Uhr sollte unser Flug nach Lanzhou starten. Leider kam unser Flieger wegen schlechten Wetters nicht, daher mußten wir bis um 2 Uhr morgen warten bis es endlich los ging. Incl. der Busfahrt vom Airport bis zum Hotel kamen wir erst gegen 5 Uhr im Lanzhou Legend Hotel an. Zum Glück konnte unser Reiseleiter das Frühstück auf 5.30 Uhr vorverlegen, dadurch konnten wir im Anschluß einige Stunden durchschlafen.

In Lanzhou besuchten wir am 29. Juli den gelben Fluß mit der - 1907 von deutschen gebauten - eisernen Brücke. Lanzhou liegt rund 1600 m hoch und ist eine Schwerindustriestadt und das politische und wirtschaftliche Zentrum Nordwest Chinas. Am gelben Fluß bestaunten wir die großen Wasserräder. Sie stammen aus der Zeit der Ming-Dynastie (1368-1644). Die Wasserräder heben das Wasser 15 bis 18 m hoch um damit Felder bewässern zu können. Bis 1952 standen dort 252 Wasserräder. Heute ergänzt ein sehr schöner Park diese Sehenswürdigkeit. Später besuchten wir den Park der weißen Pagode . Die siebenstöckige, 17m hohe Pagode wurde unter der Yuan-Dynastie (1271-1368) erbaut und nach der Zerstörung Mitte des 15. Jahrhunderts wieder neu aufgebaut.

Am Abend ging es wieder zum Airport um weiter nach Dunhuang zu fliegen. Wir kamen kurz vor 23 Uhr dort an und fuhren mit dem Bus zum Mogao-Hotel. Dunhuang wurde gegen 111 v. Chr. zur Stadt erhoben. Sie ist eine Oasenstadt. Die Lage an der Seidenstraße, die sich hier in eine nördliche und eine südliche Route teilt, verhalf Dunhuang zu wirtschaftlicher Blüte. Über die Handelsstraße kamen neue Ideen, religiöse Lehren wie der Buddhismus, und wissenschaftliche Erkenntnisse, nach Osten und Westen. Dunhuang  entwickelte sich seit dem 4. Jahrhundert zu einem buddhistischen Zentrum.

Am 30. Juli besuchten wir die weltweit berühmten Mogao Grotten (25 km südöstlich von Dunhuang gelegen), auch unter dem Namen Tausend-Buddha-Höhlen bekannt. In eine durch einen Wüstenfluß natürlich entstandene 1600 m lange und 25 m hohe Felswand wurden vom 4. bis zum 14 Jahrhundert durch Gläubige rund 1000 Grotten geschlagen. Ein großer Teil diente den Mönchen als Wohnungen und Lager. Von den erhaltenen dienten aber 492 als als Andachts- und Opferstätten. Es sind dort sehr viele Wandmalereien zu sehen. Weiterhin sind 2400 Figuren erhalten. Sie haben Größen 10 cm bis zu beeindruckenden 35 m.

Spaß machte die Besichtigung der Dünen mit dem Mondsichelsee (5 km südlich der Oase Dunhuang). Die 40 km langen und 20 km breiten Dünen entstanden im Laufe der Jahrhunderte. Die Dünen sind bis über 200 m hoch. Wir konnten auf eine hinauf klettern und den Anblick von oben geniessen. Besser - und weniger anstrengend - war allerdings der Blick hinunter bei einem Flug mit den Gleitschirmfliegern. Von oben sah man auch sehr deutlich den Mondsichelsee, der durch seine günstige Lage an der Düne seine Form beibehält. Von den singenden Sanddünen bekamen wir nichts mit, dazu war es wohl zu Windstill.

Am Nachmittag fuhren wir mit dem Bus nach Jiayuguan (ca. 4 Stunden Fahrzeit ) in das Chang Cheng Hotel (Chang Cheng = lange Mauer).

Jiayuguan ist eine sehr schöne Stadt. Dort fanden wir breite Straßen mit ebenso breiten Bürgersteigen. Ein langer Spaziergang machte riesigen Spaß. In Jiayuguan ließen wir uns auch die Stempel mit unseren Namen machen.

Von hier aus besuchten wir am 31. Juli die Festung Jiayu Guan, die im Jahr 1372 gebaut wurde. Mit einer Kantenlänge von 160 m ist diese Festung riesig. Die Mauer, die an die Festung anschließt, ist nicht sehr imposant. Sie endet im Süden am halb verfallenen Wachturm Nr. 1. Direkt dahinter befindet sich eine 50 m tiefe Schlucht. Im Norden zieht sich die Mauer einen Berg hoch und bietet oben einen grandiosen Ausblick auf die Berge, die Wüste und die Stadt.

Am morgen des 1. August - am Tag der Sonnenfinsternis - fuhren wir durch Jinta weiter in die Wüste. Die Fahrt dauerte rund 4 Stunden. Nach der Finsternis ging es zum Essen nach Jiuquan um anschließend nach Zhangye weiterzufahren (ca. 3 Stunden). Der während der Fahrt sichtbare Sternhimmel war super. Die Milchstraße war bis zum Horizont sichtbar, der Skorpion zeigte seinen Stachel. Im Scutum waren kleine Nebelwölkchen erkennbar. Und das alles während der Fahrt durch das Busfenster. In der Nacht kehrten wir im Huacheng Hotel ein.

Am 2. August besuchten wir in Zhangye den Tempel des großen Buddha. Später fuhren wir nach Wuwei weiter. Dort sahen wir uns den Konfunzius-Tempel und die Gräber aus der Han-Zeit an (202 v. Chr. bis 220 n. Chr.). Glücklicherweise war das für die Touristen offene Grab belegt, daher durften wir in das für die Forscher reservierte Grab hinuntersteigen. In einer Tiefe von 20 m fanden wir drei Grabkammern vor, deren Malereien 2000 Jahre überstanden haben. Wir übernachteten im Hotel Tian Ma. In Wuwei besuchten wir einen netten Biergarten auf der Fußgängerzone. Es war nicht schwer , ein Bier zu bestellen. Unsere kleine Biergartengruppe hatte einen riesigen Spaß. Keiner konnte Chinesisch, trotzdem kamen wir irgendwie klar.

Am nächsten Tag (3. August) fuhren wir weiter nach Lanzhou um von dort aus nach Chengdu zu fliegen (16.25 Uhr).  Dort übernachteten wir im Hotel Greenland. Am Abend stand eine Tour durch die belebte und schön beleuchtete City von Chengdu an. Am nächsten Morgen besichtigten wir den Tempel der schwarzen Ziege mit einem typischen Teehaus. Später ging es zum Airport um gegen 14.00 Uhr nach Amsterdam zurück zu fliegen. In Amsterdam brachte uns ein Flieger nach Düsseldorf zurück. So ging nach einer Taxifahrt gegen Mitternacht unsere Chinareise zu ende.

Ein Blick auf die Berge während der Fahrt über die Seidenstraße.

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